EiiF - Förderung der Nachhaltigkeit in Industrieanlagen

EiiF Industrie

EiiF - Förderung der Nachhaltigkeit in Industrieanlagen

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Die European Industrial Insulation Foundation (EiiF) wurde 2009 von ISOVER und 11 weiteren wichtigen Akteuren der Dämmstoffbranche gegründet. Als gemeinnützige Einrichtung mit Sitz in Genf in der Schweiz hat sie zum Ziel, die Isolierungen von betriebstechnischen Anlagen in der Industrie als wirksames Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels zu fördern und umzusetzen.

Aktuelle Studie zeigt: Die Potenziale sind gewaltig

Die Europäische Union hat sich zwei ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2030 sollen die Treibhausgas-Emissionen um mindestens 55 Prozent reduziert werden und bis 2050 die Klimaneutralität erreicht sein. Neben der Energieeffizienzverbesserung von Gebäuden im privaten und öffentlichen Sektor sowie im Bereich der Mobilität nimmt dabei die Optimierung industrieller Anlagen und Abläufe eine entscheidende Schlüsselposition ein. Wie entscheidend, darüber gibt eine im März 2021 veröffentlichte Studie der EiiF umfassend Auskunft (die offizielle Studie steht hier zum kostenfreien Download zur Verfügung).

Eiif Studie 2021

 

Die Basis der Studie bilden unter anderem 2.500 sogenannte TIPCHECKS, ein von der EiiF entwickeltes Energiebewertungsprogramm für betriebstechnische Anlagen, die in ganz Europa durchgeführt wurden. Die Ergebnisse dieser Audits sind zunächst ernüchternd:

Die meisten verbauten Dämmsysteme in der Industrie sind weder besonders wirtschaftlich noch energieeffizient. Bedenklich: Insbesondere die Wärmedämmung wird oft schlecht gewartet, was zu Beschädigungen führt und sich negativ auf die Energieeffizienz auswirkt.

Noch bedenklicher: Selbst bei neuen Anlagen bleiben viele Bauteile aus den unterschiedlichsten Gründen gänzlich ungedämmt! Kurzum: Bei den rund 2.500 untersuchten betriebstechnischen Anlagen gab es nicht eine, die kein Einsparpotenzial aufwies.

Verbindliche Energieklassen analog zur VDI 4610 brächten massive Vorteile für alle

Umso deutlicher fallen die Ergebnisse der konkreten Berechnungsbeispiele in der neuen EiiF-Studie aus. Nach der Analyse würde die Optimierung der Dämmsysteme nach VDI 4610-Energieklasse C (wie im Gebäudebereich seit Jahren gängig) die derzeitigen Energieverluste im Niedrigtemperatur- (bis 100 °C) und im Mitteltemperaturbereich (100 °C bis 300 °C) um bis zu 88 Prozent verringern. Im höheren Temperaturbereich (über 300 °C) würden circa 78 Prozent des Energieverlustes eingespart. So könnten durch den Einsatz von nach VDI 4610 optimierten Dämmsystemen in der europäischen Industrie jährlich mindestens 14 Mio. Tonnen Öläquivalent Energie eingespart und die Treibhausgas-Emissionen um rund 40 Mio. Tonnen reduziert werden. Oder um es noch anschaulicher zu machen: Das entspricht dem jährlichen Verbrauch von rund 10 Mio. EU-Haushalten bzw. 20 Mio. Pkws!

Ausreden zählen nicht

Die häufig genannten Gründe für eine unzureichende oder mangelhafte Dämmung betriebstechnischer Anlagen sind vielfältig, aber entsprechen nicht den Tatsachen.

Stichwort: Billig dämmen ist wirtschaftlich. Wenn Investitionskosten gesenkt werden sollen, wird häufig an Qualität und Dimension der Isolierung gespart, auch wenn dadurch mittel- und langfristig höhere Energie- und Emissionskosten entstehen. Dabei ist das gar nicht nötig, denn seit 2016 werden energieeffiziente Maßnahmen zur Wärme- und Kältedämmung sowie systemische Optimierungen unter anderem durch die BAfA staatlich unterstützt. Auf diese Weise können Anlagenbetreiber von Beginn an auf maximal energieeffiziente Dämmstoffe setzen, die auf lange Sicht ein Vielfaches an Kosten einsparen. Heute billig dämmen bedeutet zukünftig teuer bezahlen!

Altrhein Düker Easycut Drahtnetzmatte


Als weiterer Grund für das Weglassen einer wirksamen Dämmung wird häufig der Platzmangel bei engen Bauteilen angeführt. Auch hier gilt: Es handelt sich eher um ein Scheinargument, denn längst haben innovative Dämmstoffhersteller wie ISOVER Systeme entwickelt, die bereits mit geringen Dämmschichtdicken selbst strenge Anforderungen erfüllen.

So bieten z. B. die​​​​​​​ U TECH  Wired Mat 6.0 X Drahtnetzmatten aus der Hochleistungs-Mineralwolle ULTIMATE eine bis zu 50 % höhere Energieeffizienz als herkömmliche Steinwollematten. Gleichzeitig sind sie rund 30 % leichter und lassen sich auch bei beengten und komplexen Anlagengeometrien einfach montieren. 

Fazit

Ohne die Nutzung der Einsparpotenziale in der europäischen Industrie sind die Klimaziele der EU nicht umsetzbar. Daraus ergibt sich eine Win-Win-Situation, denn mit einer hochwirksamen Dämmung investieren Betreiber nicht nur in ihre Anlagensubstanz und reduzieren langfristig die Energie- und Emissionskosten, sondern leisten aktiv einen Beitrag zum Gelingen der industriellen Entkarbonisierung.

Über projektspezifische Dämmlösungen und Einsparmöglichkeiten informiert Sie:

Stefan Geiger


Stefan Geiger

Spezifikationsmanager Betriebstechnik
Industrieanlagen, Kessel, Tanks, Behälter etc.
Prozessequipment

stefan.geiger@saint-gobain.com