Neue Verdichterstation für Europäische Gas-Anbindungsleitung

Neue Verdichterstation für Europäische Gas-Anbindungsleitung

Neue Verdichterstation für Europäische Gas-Anbindungsleitung

Große Rohrdurchmesser effektiv gedämmt
Europas Bedarf an Erdgas steigt – sowohl zur Wärme- als auch zur Stromerzeugung, nicht nur in der Industrie, sondern auch in privaten Haushalten. Um die dafür notwendigen Transportkapazitäten innereuropäisch langfristig sicherzustellen, investieren Unternehmen wie die GASCADE Gastransport GmbH kontinuierlich in den Ausbau von Ferngasnetzen. Eines der aktuell wohl wichtigsten Projekte ist die Europäische Gas-Anbindungsleitung (EUGAL). Für die komplexe Anlagentechnik, unter anderem in der Verdichterstation Radeland 2 in Brandenburg, setzte man auf ein leistungsstarkes Dämmsystem, das mit zahlreichen Vorteilen überzeugt. 

Die EUGAL besteht zu großen Teilen aus zwei parallelen Leitungssträngen und verläuft auf einer Länge von 480 Kilometern von der Ostsee bis in den Süden Sachsens und von dort über die Grenze in die Tschechische Republik. Die Leitung wurde in weiten Teilen parallel zu den bestehenden Leitungskorridoren der Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung OPAL geplant, wodurch die Einflüsse auf Mensch und Natur minimiert werden konnten. 

Ein wichtiges Element im Pipeline-Netz stellen sogenannte Verdichterstationen dar: Von der Quelle bis zum Verbraucher legt Erdgas viele Kilometer zurück und verliert dabei an Druck. Diesen Verlust gleichen Verdichterstationen aus, indem sie den Erdgasdruck anheben und das Gas weiterpumpen. Die Verdichterstation Radeland 2, circa 40 Kilometer südlich von Berlin gelegen, erfüllt diese wichtige Aufgabe auf einer Betriebsfläche von rund 10 Hektar. Sie komprimiert das aus Norden kommende Erdgas, sodass es mit dem notwendigen Druck über die EUGAL in Richtung Tschechien und über die Leitung JAGAL in Richtung Westen weitertransportiert werden kann. 

Berührungsschutz muss sichergestellt sein

Die Station selbst besteht aus einer Erdgasfilteranlage, drei Verdichtern, einer Gasdruckregel- und Gasmessanlage sowie einer Vorwärmung und einer Kesselanlage. Die einzelnen Anlagenteile wiederum sind mit einem komplexen Rohrleitungsnetz miteinander verbunden, welches möglichst effizient isoliert werden sollte. „Gedämmt werden mussten Leitungen mit Durchmessern von 1.200 und 1.400 mm auf einer Länge von insgesamt 2000 m“, erklärt Erhard Schneider, Projektleiter der für die Dämmarbeiten verantwortlichen Bohle Isoliertechnik GmbH. „Da bei der Erdgasverdichtung Hitze entsteht, war insbesondere unter Berührungs- und Arbeitsschutzgesichtspunkten eine Rohrisolierung in 100 mm Dicke vorgesehen.“ 

Das Team um Erhard Schneider setzte hierfür auf die U TECH Pipe Section Mat MT 7.0 G1 (kurz: U TECH PSM) von ISOVER. Aus durchweg logischen Überlegungen, wie der Projektleiter erläutert: „Es sollte ausschließlich in einer Stärke von 100 mm gedämmt werden und dies möglichst schnell und wirtschaftlich, weshalb auch keine Lösung mit Unterkonstruktion infrage kam. Folgerichtig wäre zunächst die Entscheidung für entsprechende Rohrschalen gewesen, allerdings hätten diese hier erhebliche Nachteile mit sich gebracht. Bei klassischen Schalen transportiert man vereinfacht gesagt – gerade bei solch großen Leitungsdurchmessern – vorrangig Luft in einem Hohlzylinder. Das ist sowohl was den Transport als auch die Lagerung auf der Baustelle angeht, in hohem Maße unwirtschaftlich.“

Die Vorteile von Rohrschalen und druckfesten Lamellenmatten kombiniert

U TECH PSM MT 7.0 G1 vereint die Vorteile von Rohrschalen und druckfesten Lamellenmatten: Die Platten bieten hohe Wärmedämmeigenschaften bei gleichzeitig niedrigem Gewicht, was die Planung, den Transport und die Verarbeitung deutlich vereinfacht. Die Matten können zudem ohne Stützkonstruktionen montiert werden, wodurch zusätzliche Arbeitsschritte entfallen. Die Basis für das System bildet eine mit schwarzem Glasvlies kaschierte Dämmplatte aus der Hochleistungs-Mineralwolle ULTIMATE, die auf der Rückseite mit V-förmigen Einschnitten für eine wärmebrückenfreie Verlegung versehen ist. Die U TECH PSM MT 7.0 G1 Platten sind durchgängig hydrophobiert, weisen eine AS-Qualität (Chloridionengehalt ≤ 10 mg/kg) auf und sind in den Lieferdicken 50, 60, 80 und 100 mm erhältlich. Dank der ULTIMATE Mineralwolle sind die Platten nichtbrennbar (Euroklasse 1, Schmelzpunkt ≥ 1.000 °C), besitzen eine obere Anwendungsgrenztemperatur von 620 °C und bieten eine überzeugende Energieeffizienz gerade auch bei hohen Temperaturen (Effizienzklasse 7). 

„Von besonderem Vorteil waren für uns das geringe Einzelgewicht der Platten und die äußerst einfache Verarbeitung. Die U TECH PSM ist wesentlich leichter als herkömmliche Rohrschalen aus Steinwolle und wird gestapelt auf die Baustelle geliefert, was spürbare Platz- und Logistikvorteile bietet. Zur Montage wird die kompakte Platte einfach auf dem Rohr oder einem geraden Untergrund abgelegt und der Länge nach ausgeklappt. Anschließend wird die Platte gedreht, mittig auf dem Rohr platziert und einmal fugendicht um die Leitung gewickelt. Die Befestigung erfolgt nach DIN 4140 mit Spannbändern. Zum zusätzlichen Schutz der Dämmung vor eventuell bei ungünstigen Betriebsbedingungen entstehendem Tauwasser wurde abschließend noch eine selbstklebende Alubutylfolie aufgebracht“, so Erhard Schneider. 

Geringere Betriebskosten, schlankere Konstruktionen, weniger Gewicht

Vergleichsrechnungen von Hersteller ISOVER quantifizieren die Vorteile der U TECH Pipe Section Mat MT 7.0 G1 in mehrfacher Hinsicht: Bei gleicher Dämmstärke sorgt die hohe Energieeffizienz für eine mögliche Betriebskosteneinsparung gegenüber einer Isolierung mit Steinwolle-Rohrschalen von rund 20 Prozent, gegenüber Drahtnetzmatten aus Steinwolle sogar bis 24 Prozent. Darüber hinaus können deutlich schlankere Dämmstärken gewählt werden, was insbesondere bei komplexen Leitungsgeometrien oder beengten Platzverhältnissen von Vorteil ist. Gleichzeitig bringen herkömmliche Rohrschalen bis zu 45 Prozent, Drahtnetzmatten bis zu 15 Prozent mehr Gewicht auf die Waage. 

„U TECH PSM ist für uns eine einfache Lösung für große Anforderungen. Die schnelle Verarbeitung und die vergleichsweise leichten, schlanken und effizienten Konstruktionen bieten für uns genauso wie für die Betreiber solcher Anlagen spürbare Vorteile“, so das Fazit von Erhard Schneider.