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Effiziente Wärmedämmung zur Erfüllung der Förderbedingungen nach BAfA

05.01.2017

Mit der im Mai 2016 in Kraft getretenen neuen „Richtlinie für Investitions­zuschüsse zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien“ wird erstmals und bis Ende 2019 auch die technische Isolierung betriebstechnischer Anlagen staatlich bezuschusst. Für Einzelmaßnahmen der Wärme- und Kältedämmung sowie für systemische Optimierungen an betriebstechnischen Anlagen werden je nach Maßnahme bis zu 150.000 Euro als nicht rückzahlbare Förderung gewährt. Unternehmen sollten dies zum Anlass nehmen, den Ist-Zustand der Isolierung ihrer industriellen Anlagen zu überprüfen bzw. bei geplanten Neubauten hocheffiziente Dämmsysteme von Beginn an einzuplanen. 


Obwohl die Einsparpotenziale in Bezug auf Energiekosten und Emissionsausstoß durch die technische Isolierung industrieller Anlagen eigentlich klar auf der Hand liegen sollten, zeichnet die

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 Praxis ein anderes Bild. Laut einer vom European Industrial Insulation Foundation (EiiF) in Auftrag gegebenen Studie an Ecofys, einem der führenden Beratungsunternehmen im europäischen Energie- und Energieeffizienzbereich, sind in industriellen Anlagen bis zu zehn Prozent und mehr der Anlagenteile nicht gedämmt oder weisen beschädigte Isolierungen auf. Dies führt zu unnötig hohen Wärmeverlusten und zieht damit höhere Betriebskosten nach sich. Für diese Situation gibt es verschiedene Gründe. So werden beispielsweise bei der Entscheidung für die Ausführung der Dämmung von Anlagenteilen Kriterien wie möglichst geringe Investitionskosten oder die Einhaltung der maximal erlaubten Oberflächentemperatur berücksichtigt. Die tatsächlichen Kosten über die Nutzungsdauer der Anlage/Komponente (TCO, „Total Cost of Ownership“) oder höchste Energieeffizienz von Dämmsystemen spielen oftmals eine untergeordnete Rolle. Die gleiche Studie zeigt jedoch eindrucksvoll, welche Einsparpotenziale hier schlummern. Beispielsweise könnten mit energieeffizienter Dämmung von Industrieanlagen europaweit jährlich bis zu 620 Petajoule (PJ) eingespart werden – der Jahresenergieverbrauch von 10 Millionen Haushalten. Darüber hinaus ließe sich der jährliche CO2-Ausstoß um 49 Megatonnen (Mt) reduzieren, was den Emissionen von 18 Millionen Mittelklasse-Fahrzeugen entspricht. Die BFA WKSB (Bundesfachabteilung Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie) hat dies auf Deutschland heruntergebrochen. Demnach könnten hierzulande im Bereich der betriebstechnischen Anlagen von Gewerbe und Industrie jährlich 80 PJ Energie und 6,3 Mt CO2 eingespart werden.

Was genau wird gefördert?

2008 rief die Bundesregierung das Ziel aus, den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken sowie bis 2050 zu halbieren und definiert mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) seither sukzessive Meilensteine für die Umsetzung. Im Rahmen des Ziels „Abwärme besser nutzen“ gelangten Maßnahmen zur Vermeidung von Abwärme im Industrieumfeld und damit die Dämmung von betriebstechnischen Anlagen ins Visier. Nach langem Prozess beschloss das Bundeswirtschaftsministerium im Mai 2016 im Rahmen der Förderung von hocheffizienten Querschnittstechnologien auch die Bezuschussung der Wärme- und Kältedämmung von industriellen Anlagen bzw. Anlagenteilen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Förderstränge: die Optimierung technischer Systeme durch einen Energieberater und die Umsetzung von Einzelmaßnahmen. Bei der Optimierung technischer Systeme muss zu Beginn durch einen Energieberater ein Energiesparkonzept erstellt und im Zuge dessen geprüft werden, ob die anvisierten Querschnittstechnologien für die energetische Optimierung des Systems geeignet sind. Die Maßnahmen sind nur förderfähig, wenn die künftige Energieeinsparung gegenüber dem Ist-Zustand mindestens 25 Prozent beträgt. Das Mindest-Netto-Investitionsvolumen liegt bei 20.000 Euro pro Vorhaben und der maximale Förderbetrag bei 100.000 Euro bzw. bei 150.000 Euro für Anträge mit industriellen Pumpensystemen. Für geplante Einzelmaßnahmen, also dem Ersatz oder der Neuanschaffung von einzelnen Anlagen bzw. Aggregaten, kann ab einem Netto-Investitionsvolumen von 2.000 Euro je Vorhaben eine Förderung von bis zu 30.000 Euro beantragt werden.

Im Rahmen der Richtlinie werden Maßnahmen im Bereich der Dämmung von Rohrleitungen, Pumpen und Armaturen gefördert, die insbesondere die Nachisolierung unzureichender

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 Dämmung,das Isolieren von ungedämmten Bauteilen und die Reduzierung von Wärmebrücken umfassen. Nicht förderfähig sind hingegen die Dämmung von Anlagen zur Wärme- und Kälteerzeugung, von Bauteilen der Wärme- und Kälteversorgung von Wohn- und Geschäftsgebäuden sowie die Dämmung von Gebäudehüllen und Räumen. Für einen Zuschuss muss die Ausführung der Dämmung nach DIN 4140 erfolgen und für das Vorhaben darüber hinaus ein Nachweis der Förderfähigkeit erbracht werden. Dazu gibt es zwei Varianten. Variante A setzt den Nachweis der Dämmschichtdicke und der Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes voraus. Dabei sind die Mindestanforderungen an die Referenzschichtdicke und die vorgegebenen maximalen Wärmeleitfähigkeiten einzuhalten. Alternativ reicht auch der Nachweis der Einhaltung der Mindestanforderung an die Wärmestromdichte (q). Details können den jeweiligen Merkblättern des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) entnommen werden.

Effiziente Dämmsysteme

Betrachtet man die Betriebstechnik im Allgemeinen, gibt es dank der neuen Richtlinie eine Fülle an förderfähigen Anlagenkomponenten. Rohrleitungen beispielweise sind essenzielle

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 Bestandteile industrieller Prozesse. Sie transportieren Flüssigkeiten oder Gase oftmals über lange Strecken und verbinden wichtige Anlagenkomponenten miteinander – bei entsprechend hohen Medientemperaturen und nicht vorhandener oder unzureichender Dämmung sind die Wärmeverluste enorm. In der Folge bedeutet dies: Um mit der notwendigen Temperatur am Ziel anzukommen, muss die Ausgangstemperatur der Flüssigkeit und damit der Energieaufwand erhöht werden. Hocheffiziente technische Isolierungen schaffen hier Abhilfe. Ein Beispiel: Bei einer Dampfleitung mit 500 °C Medientemperatur und einer Länge von 100 Metern lässt sich die wärmetechnische Effizienz um nahezu 50 Prozent verbessern, wenn eine höhere Dämmschichtdicke und ein besserer Dämmstoff mit geringerer Wärmeleitfähigkeit gewählt wird. Für die Isolierung von Rohrleitungen sind Dämmmaterialien aus Steinwolle in den Lieferformen Rohrschalen, Drahtnetzmatten die erste Wahl, da sie hervorragende Dämmeigenschaften mitbringen und sich perfekt an die Form der Leitung anpassen lassen. Auch Behälter, Kessel und Tanks sind elementare Bestandteile nahezu jeder Industrieanlage. Sie unterscheiden sich in Größe sowie Form und natürlich auch in der Temperatur der enthaltenen Medien. Eines haben jedoch alle Behälter und Tanks gemeinsam: Sie benötigen eine effektive Dämmung, damit eine verfahrenstechnische Funktionalität sichergestellt ist, Wärmeverluste reduziert und der Berührungsschutz garantiert werden. Für eine effiziente Dämmung der Behälter, Kessel und Tanks kommen in der Regel Drahtnetzmatten, Platten, Filze und Lamellen aus Mineralwolle zum Einsatz.

ISOVER bietet breites Produktspektrum

Der Dämmstoffhersteller ISOVER bietet ein breites Portfolio an Hochleistungs­dämmstoffen für die technische Isolierung von betriebstechnischen Anlagen, die exakt für die jeweiligen

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 Dämmaufgaben und ein breites Temperaturspektrum entwickelt wurden. Dazu gehören leichte und flexible Lamellen aus Glaswolle sowie verschiedene Lieferformen in Steinwolle für höherer Brandschutzanforderungen. Die meisten der Produkte sind zudem als Ausführung mit der innovativen Mineralwolle ULTIMATE erhältlich. ULTIMATE vereint die besonderen Vorteile von Glas- und Steinwolle in einem Produkt und zeichnet sich durch hohe Anwendungstemperaturen, höchstmöglichen Brandschutz (Euroklasse A1 und Schmelzpunkt > 1.000 °C) und beste Wärmedämmeigenschaften aus. Darüber hinaus vereinfacht ULTIMATE dank seines niedrigen Gewichts und der verbesserten Haptik die Verarbeitung. Die geringe Wärmeleitfähigkeit erlaubt zudem, die Dämmdicke der Gesamtkonstruktion zu vermindern. Für die effiziente Dämmung von großen Behältern, Tanks und Kesseln mit glatten Oberflächen eignen sich beispielsweise die Dämmstoffplatten U TECH Slab MT 3.1 in ULTIMATE-Qualität optimal. Die vielseitigen und sehr einfach zu verarbeitenden Mineralwolleplatten erfüllen die höchsten Ansprüche an Wärme-, Schall- und Brandschutz bei gleichzeitig hoher Form- und Druckfestigkeit. Die U TECH Slab MT 3.1 sind darüber hinaus auch in Ausführungen mit Vlies- oder Alukaschierung erhältlich. Bei der Dämmung von Rohrleitungen lässt sich mit der ULTIMATE Drahtnetzmatte U TECH Wired Mat MT 6.0 X aufgrund ihrer stark optimierten Wärmeleitfähigkeit bester Wärmeschutz und höchste Energieeffizienz erreichen – und dies mit deutlich geringerem Gewicht und verbesserter Haptik des Dämmstoffs im Vergleich zu herkömmlichen Drahtnetzmatten. Die Leichtigkeit der U TECH Wired Mat MT 6.0 X wirkt sich gleichzeitig positiv auf den Transport sowie das Handling und die Installation aus – zum Beispiel, wenn Arbeiten über Kopf oder bei beengten Raumverhältnissen ausgeführt werden müssen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Die InfraLeuna GmbH folgt als Betreiber des Chemiestandorts Leuna einem Energiekonzept, das eine effiziente und wettbewerbsfähige Energieversorgung der ansässigen Unternehmen

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 gewährleistet. Um die Wärmeverluste mit den verbundenen Kosten von der Dampfauskopplung bis zur Wiedereinspeisung vor Ort möglichst effizient zu nutzen, beauftragte InfraLeuna ISOVER mit der Erstellung eines Dämmkonzepts für die Isolierung der ca. 3,7 km langen Dampfleitung. Nach mehreren Vergleichsrechnungen für verschiedene Dämmlösungen und Ausführungsvarianten mit der hierfür geeigneten Berechnungssoftware TechCalc 2.0 und einer zusätzlichen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, entschied sich die InfraLeuna für die Ausführung als Mischinstallation. Als erste Lage kam die Drahtnetzmatten U TECH Wired Mat MT 6.0 X aus dem Hochleistungsdämmstoff ULTIMATE zum Einsatz, um die Wärmeverluste bei einer Dampftemperatur von mehr als 300 °C deutlich zu reduzieren. Als zweite Lage wurde die Drahtnetzmatten TECH Wired Mat MT 4.0 (MD 2) aus herkömmlicher Steinwolle verwendet. Die beiliegende Kondensatleitung wurde ebenfalls mit ULTIMATE Drahtnetzmatten in einer Dicke von 80 mm gedämmt. Die einmalige Investition für die Wärmedämmung sollte eine Lösung bereitstellen, die auch zukünftig über die Nutzungsdauer der Rohrleitungen Kostensicherheit ermöglicht. In diesem Fall punktete die Mischinstallation als energieeffizientere Variante zur bisherigen Ausführung. Mit dieser Umsetzung wird deutlich weniger Überhitzungswärme abgebaut als bei der klassischen Steinwolle-Lösung, gleichzeitig verringert sich der Anfall von Dampfkondensat.  Die jährliche Einsparung bildet damit einen wichtigen Baustein für die zukünftige Sicherung und Leistungsfähigkeit des Standortes.

Flyer Hochleistungsdämmstoffe für die technische Isolierung betriebstechnischer Anlagen

Für Rückfragen steht Ihnen Stefan Geiger - Spezifikationsmanager Betriebstechnik - direkt vor Ort oder per E-Mail (Stefan.Geiger@Saint-Gobain.com) gerne zur Verfügung!